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Todestag von Alexander der Große


Am 28. Tag des Monats Daisios (Mitte Juni) 323 v. Chr. verkündete ein Herold in Babylon der fassungslosen Volksmenge den Tod des Makedonenkönigs Alexanders III. Der Herrscher über ein Weltreich wurde nur 32 Jahre alt und die Begleitumstände seines frühen Ablebens muten sehr verdächtig an...Es ist der 2340. Todestag des Makedonenkönigs, der in der Neuzeit am 10. Juni gedacht wird.

Zwölf Tage vor seinem Tod lud Medios den König Makedoniens zu einem Saufgelage ein. Jolas, der als Alexanders Obermundschenk fungierte, reichte ihm den „Becher des Herakles“, einen sechs Liter Wein fassenden Zeremonialkelch, aus dem nur der König trinken durfte.

30 Minuten später setzten bei Alexander Krämpfe ein und er bekam hohes Fieber. Über die folgenden Tage berichtet der gewissenhafte Plutarch ausführlich von Alexanders Krankheitsverlauf. Stundenweise fühlte er sich gesund, ergab sich dem Würfelspiel oder schmiedete Kriegspläne.

Dann setzten abends wieder „Anfälle von heftigem Fieber“ ein, er litt unter Erbrechen, Muskelkrämpfen und Halluzinationen. All dies macht die gängige Version, wonach er an der Malaria gestorben sei, unwahrscheinlich.

Bei dieser Krankheit treten Fieberschübe alle drei bis vier Tage ein (sog. Tertianfieber), nicht wie bei Alexander regelmäßig am Abend.

Besonders verdächtig ist die Tatsache, dass sich der Gesundheitszustand des königlichen Patienten immer dann verschlimmerte, wenn ihn seine Leibärzte unter Führung eines gewissen Glaukos mit Arzneien behandelt hatten.

Die danach auftretenden Symptome sprechen deutlich für eine langsame Vergiftung mit Weißem Germer (veratrum album). Dieses auch „Nieswurz“ genannte immergrüne Gewächs enthält in seinem Wurzelstock giftige Alkaloide.

Hoch dosiert führt Weißer Germer zum baldigen Tod. Sollte tatsächlich ein Mordkomplott gegen Alexander stattgefunden haben, dann dürfte Mundschenk Jolas anfangs nur eine geringe Dosis in den „Becher des Herakles“ appliziert haben.

Denn wäre Alexander bald nach dem Trunk tot umgefallen, dann hätte sich der Verdacht unweigerlich gegen Jolas und seinen Vater Antipatros gerichtet.

Diese schleichende Vergiftung war umso unauffälliger, als Weißer Germer in sehr niedriger Dosis von antiken Ärzten als fiebersenkendes Mittel verwendet wurde.

Die höhere Dosierung führte bei Alexander am 8. Tag nach dem verhängnisvollen Gastmahl zu Sprachstörungen bis hin zum völligen Sprachverlust – ebenfalls ein Indiz für eine Verabreichung von Germer.

Nach zwölf Tagen erlag Alexander der tückischen Krankheit. Sein Weltreich zerfiel ebenso schnell wie er es erobert hatte. Der natürliche Tod des Herrschers wurde zunächst nicht angezweifelt.

Doch langsam sickerten Gerüchte durch und Alexanders Mutter Olympias ordnete sechs Jahre später eine Untersuchung an. In deren Gefolge kam es zu einigen Hinrichtungen.

Die Gebeine des bereits verstorbenen Jolas wurden aus seinem Grabmal entfernt und in alle Winde zerstreut.

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