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Alexander der Große am Ende der Welt – Teil 2: Vorstoß ins Unbekannte

Nun wollte Alexander der Große also nach Indien. Er hatte keinen wirklichen Grund, und fast jeder andere hätte an seiner Stelle verzichtet, um sein bisher erobertes Reich zu sichern oder sich zur Ruhe zu setzen. Man hatte unendlich weite Gebiete in wenigen Jahren mit einer riesigen Armee durchwandert und erobert. Auch heute weiß man noch nicht, was Alexander wollte. Viel wurde vermutet, nichts gesichert und anerkannt. Wollte Alexander wissen, was sich in diesen geheimnisvollen Gebieten verbarg? Wollte er den Ruhm, an das Ende der Welt gelangt zu sein, oder wenigstens Gebiete erobert zu haben, die noch kein Makedone vor ihm jemals durchreist geschweige denn von weitem gesehen hatte? War der Makedonenkönig größenwahnsinnig, brauchte er ständig Erfolge, um sich selbst bestätigt zu sehen? Oder meinte er, ohne Ende Siege zu brauchen, um sich an der Macht zu halten? 
Wie dem auch sei, Alexander hatte beschlossen, nach Indien zu ziehen. Das sollte nicht so einfach werden, wie im Folgenden genauer erläutert wird. In den ersten Monaten des Jahres 326 v. Chr. stieß er mit zwei Armeen in das Tal, das der Fluss Kabul durchfloss, mit voller Härte und Grausamkeit vor. Hatte er früher noch manchmal bei seinen Gegnern Gnade walten lassen, zog Alexander nun alles zerstörend durch das Land, alle Städte und Dörfer niederbrennend und die ganze Bevölkerung vom Greis bis zum Säugling niedermetzelnd. 
Nach wenigen Wochen trafen sich die beiden Armeen am Fluss Indus. Alexanders Bestrebungen wurden von einem ersten Erfolg gekrönt. Eine neue Provinz war erobert, das Land zwischen den Strömen Kabul und Indus, genannt Gandhara. Ein unbedingter Anhänger des siegreichen Herrschers, Nikanor, wurde der Statthalter. 
Rasch wurde auch der Indus überquert. Da traf man auf einen der sechzehn Könige, Omphis, den Herrscher von Taxila (dieses liegt ungefähr 30 Kilometer vom heutigen Islamabad entfernt). Mit ihm verhandelte Alexander über die neue Lage. Dabei half ihm ein kluger Mann namens Kalanos, der Alexander in Indien begegnet war und der nun einer seiner wichtigen Begleiter wurde. Alexander fühlte sich – nicht ganz unberechtigt – so mächtig wie nie. Er wohnte am Hofe des Omphis und plante von dort aus seine weiteren Schritte.

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