Griechenlands Pseudo-Archäologie nimmt jetzt wieder Filip ins Visier

Nach dem Grabfund in Amphipolis wurde es ruhig um Griechenlands Pseudo-Archäologie, oder wie manche Akademiker sagen "die griechische Makedonien Archäologie ist nahe an nationalistisch". Wir würden sagen, es handelt sich eher um "Promotions Archäologie", immer wenn die Touristenzahlen in Griechenland in den Keller sacken, kommt es zu solch sensationellen "Wissenschaftlichen Erkenntnissen".
Jetzt nach der Ruhephase kommt wiederholt Filip II von Makedonien, Vater von Alexander der Große, ins Visier der Pseudoarchäologen. Schon seit 1977 als das Grab in Kutlesh (Vergina) gefunden wurde wird es für den griechischen Nationalismus missbraucht, verstärkt aber in den Jahren nach der Unabhängigkeit der Republik Makedonien. So wie beim Sonnensymbol auf der goldenen Larnax, welches die Republik auf ihre erste Staatsflagge trug und von den Griechen vehement beansprucht wurde.
Etliche Untersuchungen gab es bei den gefunden Knochen (Knochen von drei Skelette welch durcheinander waren), die griechische Propaganda sprach natürlich sofort von einem Sensationsfund und heftete sich diese Etikette in jeder erdenklichen Form an. Die Mehrheit widersprach der griechischen Version das es sich in einem der Gräber um die Überreste von Filip II handeln, so lasen wir auch erst vor einem Monat einen Artikel mit der Überschrift "Welcher Filip" - damit ist gemeint welcher Filip im Grab von Vergina ruhen würde, den Alexanders Vater war nicht der einzige makedonische Herrscher der diesen Namen trug.


Heute aber veröffentlichte die griechische Propaganda, dass das Rätsel gelöst sei und es sich um Filip II von Makedonien handeln soll - man habe lediglich bis jetzt die Gräber vertauscht. (???!!!). Die Agentur Forbes meldet üblicherweise, "das manche noch skeptisch sind", was uns wiederum nicht überrascht...bei Forbes konnten wir auch vor kurzem einen Artikel lesen in dem andere Wissenschaftler zitiert wurden die ebenfalls "neue Erkenntnisse" gemacht hätten. Laut diesen ist Filip II angeblich im zweiten Grab begraben, mit einer "ausländischen Prinzessin", Bartokias aber argumentiert das Filips Gebeine im ersten Grab sein würden. Irgendwie Lustig wenn griechische Akademiker in kürzester Zeit zu wesentlich unterschiedlichen Erkenntnissen kommen. 

Nun gut, der griechische Akademiker Bartokias will nun bestätigen, dass tatsächlich eines der Skelette von Filip II stammt, dass aus Grab 1. Er selbst hatte gen Ende des Millenniums Untersuchungen eines Schädels unternommen welcher Filip II zugesprochen wurde. Damals kam er zu der Erkenntnis, dass eine Beschädigung an der Augenhöhle nicht durch eine Pfeilspitze kam mit der Filip II verwundet wurde, sondern durch unsachgemäße Behandlung des Schädelknochens bei der Kremation und späteren Aufbereitungen des Knochens. Nun hat sich der griechische Akademiker selbst dementiert und angeblich durch neue Methoden diese gefestigt.

Hier ein Auszug aus der deutschsprachigen Tagespresse die die neue "Erkenntnis" übermittelt:


Eine schwere Knieverletzung ließ Philipp II., den Vater von Alexander dem Großen, zu Lebzeiten lahmen. Mithilfe dieser Verletzung haben Forscher mehr als 2400 Jahre nach seinem Tod das Rätsel um die Grabstätte des Makedonier-Königs gelöst: Nach einer Analyse der Knochen kommt das Team zu dem Schluss, dass Philip II. im Grab 1 der königlichen Grabanlage von Vergina bestattet ist, zusammen mit seiner Frau Cleopatra und dem gemeinsamen Neugeborenen. Das berichten die Forscher um Antonis Bartsiokas von der griechischen Universität von Thrakien im Fachjournal "PNAS".
Philipp II. lebte im vierten Jahrhundert vor Christus. Er war der Vater von Alexander dem Großen, der die Herrschaft nach dem Tod Philipps übernahm und die Grenzen des bis dato eher unbedeutenden Kleinstaats Makedonien erheblich ausdehnte. Philipp wurde im Jahr 336 v. Chr. ermordet, genau wie seine Frau und ihr gemeinsames Kind. Historischen Aufzeichnungen zufolge wurde er wenige Jahre vor seinem Tod durch einen Speer schwer am Knie verletzt. Er erholte sich zwar von der Verletzung, hinkte aber für den Rest seines Lebens.
1977 wurden unter einem Grab­hügel nahe der nordgriechischen Stadt Vergina unter anderem drei Gräber der makedonischen Königsfamilie entdeckt. Wer in welchem Grab bestattet lag, war unter Fachleuten umstritten. Bislang galt Grab 2 als Grab Philipps. Dem widersprechen die aktuellen Studienergebnisse nun.
Die Wissenschaftler hatten die Knochen aus Grab 1 unter anderem per Computertomografie analysiert. Sie fanden, dass sie zu einem etwa 45-jährigen Mann gehörten. Sein Knie war versteift, ein großes Loch klafft zwischen Oberschenkelknochen und Schienbein. Dies spreche für eine schwere Knieverletzung, etwa durch einen Speerstoß. Darüber hinaus fanden die Forscher Hinweise auf einen Schiefhals, möglicherweise eine Folge des hinkenden Gangs.
Die anderen Knochen im Grab ­gehörten einer etwa 18-jährigen Frau und einem Neugeborenen. Auch dies decke sich mit historischen Angaben, denen zufolge Philipp etwa im Jahr 337 v. Chr. die junge Cleopatra geheiratet hatte und mit ihr ein Kind bekam, das wenige Tage vor seiner Ermordung geboren wurde.

Die "Wissenschaftler" haben ihre "Arbeit" bei der Nationalen Amerikanischen Akademie der Wissenschaften veröffentlicht, HIER.


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