Alexander Mosaik in Synagoge entdeckt

Eine Ausgrabung in Galiläa fördert Ungewöhnliches zutage. Bei der Erkundung einer antiken Synagoge haben die Archäologen einzigartige Mosaiken entdeckt, darunter auch ein Mosaik mit  dem Abbild von Alexander III von Makedonien.


Seit sechs Jahren arbeiten Archäologen der Israelischen Altertumsbehörde und der „University of North Carolina“ (UNC) an der Freilegung einer Synagoge aus dem 5. Jahrhundert. Sie stammt also vom Ende der christlich-byzantinischen Herrschaft im Lande Israel. In diesem Jahr haben sie in Hukok in Galiläa weitere atemberaubende Mosaiken gefunden, darunter die größte Ansammlung biblischer Geschichten sowie eine hebräische Inschrift. Der Ort der Grabung befindet sich westlich der historischen Orte Kapernaum und Magdala.

Zu den Höhepunkten zählt die bildliche Darstellung der Spaltung des Roten Meeres während des biblischen Exodus. Zu sehen ist ein großer Fisch, wie er einen pharaonischen Soldaten schluckt. Um ihn herum sind umgekippte Kampfwagen und Pferde dargestellt.

Die Arche Noah war für die Künstler vor 1.500 Jahren eine Gelegenheit, Tiere darzustellen. Darunter finden sich Elefanten, Leoparden, Esel, Bären, Löwen, Straußenvögel, Kamele und Schafe.

Alexander der Große trifft Hohenpriester
Niemals zuvor ist in einer alten Synagoge eine derart reiche Serie biblischer Szenen als Mosaiken entdeckt worden. Ungewöhnlich ist das älteste „weltliche“ Motiv in einer Synagoge, vermutlich das legendäre Treffen von Alexander dem Großen mit einem jüdischen Hohenpriester. Einzelne biblische Geschichten wurden in Dscherasch in Jordanien, Misis in der Türkei, Chirbet Wadi Hamam in Israel und vor allem in der bunt bemalten Synagoge „Dura Europos“ in Syrien dargestellt. „Derartige Szenen sind sehr selten in alten Synagogen“, sagte die Archäologin Professor Jodi Magness von UNC.

2012 wurde ein erstes Mosaik entdeckt mit Samson, wie er Felder der Philister mit Füchsen in Brand steckt, deren Schwänze er angezündet hat. Im Jahr danach fanden die Archäologen eine Mosaiktafel mit Samson, wie er das Stadttor von Gaza wegträgt. 2015 kam eine hebräische Inschrift ans Tageslicht, umgeben von menschlichen Figuren, Tieren und mythologischen Kreaturen.

Die Mosaiken wurden zwecks Restaurierung vom Fundort entfernt. Für 2017 ist eine weitere Grabungssaison geplant
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