Die makedonische Phalanx

Philipp II. von Makedonien, der Vater von Alexander dem Großen, gilt als Wegbereiter der Makedonischen Phalanx. Das war ein wichtiges Upgrade der alten Phalanx, wie sie noch von den Athenern in der Schlacht von Marathon (490 v. Chr.) oder Spartanern in der Schlacht bei den Thermopylen (480 v. Chr.) eingesetzt wurde.


In der ursprünglichen Phalanx wurde von der ersten Reihe ein Schildwall gebildet. Die zentrale Aufgabe der Reihen dahinter war, nicht nur als Ersatz für Gefallene in der ersten Reihe zu dienen. In einer Phalanx (altgr. „Walze“) halfen die hinteren Reihen auch physischen Druck gegen den Gegner auszuüben. Durch die Bewaffnung der Kämpfer waren die alten Phalangen auf dem (rechten) Flügel anfällig. Schlachten entschieden sich meist dort.

Längere Speere, tiefere Staffelung
Die makedonische Phalanx hingegen brachte mit zwei Neuerungen eine wesentliche Steigerung des Kampfwertes, sowohl defensiv wie offensiv. Die Kämpfer wurden mit längeren Speere ausgestattet. Nun konnte nicht nur die erste, sondern es konnten bis zu fünf Reihen zu gleich den Gegner attackieren. Die erste feindliche Reihe dagegen musste plötzlich bis zu fünf Speere gleichzeitig abwehren. Da bleibt wenig Zeit für einen eigenen Angriff gegen die makedonische Phalanx.

Die neue Aufstellung war meist 16 mal 16 Kämpfer. Damit war die makedonische Phalanx in etwa soviel tiefer als die griechische Phalanx, wie nun zusätzliche Speere eingesetzt wurden. Insofern schienen die Makedonen mit dem physischen Vorwärtsmoment der ursprünglichen Phalanx wohl zufrieden gewesen zu sein.

Außerdem brachten die Makedonen den „Schildträger“ auf das Feld. Die Schildträger bildeten eine neue Einheit in der Aufstellung zum Gefecht. Im Heer Alexanders des Großen waren es bis 3.000 dieser Hypaspistes. Sie stammten aus der einfachen (Land-)Bevölkerung und wurden nach Eignung und Loyalität ausgewählt. Die Einheit entwickelte sich im Laufe der Zeit sogar zum Gardekorps.

Schildträger und Kavallerie
Die Schildträger schützten nämlich den verletzlichen rechten Flügel der makedonischen Phalanx. Die Bezeichnung „Schildträger“ bezog sich dabei auf den noch großeren Schild, den sie trugen. Daraus ergab sich ein weiterer taktischer Mehrwert. Auf dem rechten Flügel einer Phalanx war meist auch die Kavallerie konzentriert.

Die Schildträger bildeten so einen Übergang zwischen diesen beiden Körpern der Armee. Dabei waren sie den regulären Hopliten noch sehr ähnlich. Deshalb konnten sie die Kavallerie gut gegen feindliche (Speer-)Kämpfer schützen. So profitierten auch die Reiter von dieser Entwicklung der schon etwas in die Jahre gekommenen ursprünglichen Phalanx.


333 bei Issos` Keilerei
In der Keilerei bei Issos im Jahr 333 v. Chr. wurde das taktische Potential dieser kombinierten Steigerung des Kampfwertes deutlich. Unter der Führung von Alexander dem Großen wurden tausende Perser getötet. Seine Verluste beliefen sich dagegen nur auf einige hundert Mann. Die Feinde wurden dagegen niedergemacht.

Der Konsequenzen aus Issos´ Keilerei waren für das Persische Reich katastrophal. Faktisch fiel es komplett an Alexander den Großen. Es gab zwar noch einzelne Widerstände. Ein so großes Reich kann auch nicht in einem Zug übernommen werden. Aber der Perserkrieg war entschieden. Alexander der Große zerschlug den Gordischen Knoten. Die Prophezeihung, dass er das Perserreich erobern wurde, erfüllte sich.

Alexander der Große hatte sich mit einem Schlag zur Legende gemacht. Die makedonische Phalanx hatte den Sieg erkämpft. Der Triumpf war so überwältigend, dass der Verstand des jungen Königs erheblichen Schaden nahm. Er hatte sogar noch Zeit für ein militärisches Intermezzo. Der Feldzug durch Syrien bis nach Ägypten wurde fortgesetzt. Er später wurde die letzte Schlacht gegen die Perser bei Gaugamela geschlagen.

Der Perserkönig konnte nochmal ein gigantisches Heer mobilisieren. 200.000 Mann stark soll es gewesen sein. Die Makedonen waren etwa 54.000 Mann stark. Sie gewannen die Schlacht und verloren dabei nur etwa 500 Mann. Dann fiel das Persische Reich endgültige an Alexander den Großen.

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