Wie Mazedonier durch neue Grenzen geteilt wurden


Der englischsprachige Geschichtsblog “Macedonian Truth” geht der mazedonischen Geschichte auf den Grund und sammelt historische Aufzeichnungen, in denen über Mazedonien, dem mazedonischen Volk, der Sprache und der Nationalität berichtet wird. 

Dabei ist uns insb. das Werk “The New Word – Problems in political geography” von Isaiah Bowman, Ph. D., von 1922, New York, USA, aufgefallen. 

Auf Seite 260 zeigt Bowman eine Landkarte des damaligen Königreichs Jugoslawien. Interessanterweise zeichnet er die Mazedonier nicht nur auf dem Gebiet der heutigen Republik Mazedonien ein, sondern geht über die damals noch frischen Grenzen des Vertrages von Bukarest hinaus. Damals lebten noch viele Mazedonier auch im südlichen Mazedonien, auch Ägäis-Mazedonien genannt.

Ebenfalls trennt er explizit die Mazedonier von den Bulgaren sowie von den Serben. Häufig betrachten griechische Nationalisten die Mazedonier als Südserben, Bulgaren oder “slawophone Griechen” und die Bulgaren als “mazedonische Bulgaren”. Beide Ansichten spiegeln nicht die Wahrheit wieder und sind ein Produkt der damaligen nationalen Bewegungen, um die eigene Politik zu stärken.

Heute noch lebt eine mazedonische Minderheit in Nordgriechenland, die sich als “ethnische Mazedonier” bezeichnen und die von der griechischen Regierung nicht anerkannt wird. Einige sprechen von 10.000-30.000 ethnischen Mazedonier, andere gehen von Zahlen bis zu 250.000 aus, die im heutigen Nordgriechenland leben, insb. in den Städten Lerin (Florina), Kostur (Kastoria), Voden (Edessa), Solun (Saloniki), Drama, Serres, etc.

Obwohl diese Menschen als Minderheit nicht anerkannt sind, haben sie es geschafft, eine eigene Partei zu gründen, die sich für die Minderheitenrechte der ethnischen Mazedonier in Griechenland einsetzt (www.florina.org).



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