Niederlage gegen die Makedonen - Ein Desaster für alle Griechen

Die Niederlage bei Chaironea war für alle Griechen ein Desaster ... das sind die Worte vom antiken Geschichtsschreiber Pausanias. Das Zitat stammt aus dem Werk "Beschreibung Griechenlands", gleich im ersten Buch in der Beschreibung um Attika und Piräus.



Über das Werk von Pausanias:


Erhalten ist Pausanias’ Ἑλλάδος Περιήγησις (Helládos Periēgēsis, „Beschreibung Griechenlands“) in zehn Büchern. Allerdings gibt es Hinweise auf ein weiteres Buch. Das erste Buch entstand offenbar um 160, das zehnte Buch gegen 175 – ob es eine abschließende Endredaktion aller zehn Bücher gab und ob das zehnte das jüngste war, ist umstritten. 

In Buch I behandelt Pausanias Athen, Attika und das Gebiet von Megara; dem Gebiet von Korinth und der Argolis sowie der Insel Ägina ist Buch II gewidmet; Buch III beschreibt Lakonien; Buch IV Messenien; Buch V und Buch VI sind Elis und einer ausführlichen Beschreibung Olympias gewidmet; Buch VII behandelt Achaia; Buch VIII Arkadien; Buch IX Böotien; Buch X behandelt Phokis unter Einschluss von Delphi und zum Teil Lokris.

Offenkundig hatte Pausanias vor allem gebildete römische Leser vor Augen. Allerdings erreichte Pausanias in der Antike zunächst kein großes Publikum. Erst in der ausgehenden Spätantike, in frühjustinianischer Zeit, also um 530, zitiert ihn Stephanos von Byzanz, der sich für die von Pausanias beschriebenen griechischen Städte interessiert. Aus dem 15. Jahrhundert stammt die älteste erhaltene Handschrift des Werkes. (Quelle.Wikipedia)

Karte mit den epischen Orten beschrieben in Pausanias "Beschreibung Griechenlands", wie in der übersetzten Version und mit einem Kommentar von J. G. Frazer gefunden. Foto von der British Library.

Niederlage bei Chaironea - Desaster für alle Griechen


Das Werk von Pausanias ist auch in der Frage der Geschichte der Makedonen ein wichtiges Dokument, in der "Beschreibung Griechenlands" in zehn Büchern, wird Makedonien nicht als Griechenland beschrieben.

Schon im ersten Buch, im dritten Abschnitt des ersten Kapitels, wird deutlich das Makedonien keinesfalls als Griechenland galt - und als eigenständiger Staat sowie als eigenständiges Volk angesehen werden muss, so lesen wir in 1.1.3:


The most noteworthy sight in the Peiraeus is a precinct of Athena and Zeus. Both their images are of bronze; Zeus holds a staff and a Victory, Athena a spear. Here is a portrait of Leosthenes and of his sons, painted by Arcesilaus. This Leosthenes at the head of the Athenians and the united Greeks defeated the Macedonians in Boeotia and again outside Thermopylae forced them into Lamia over against Oeta, and shut them up there

Die bemerkenswerteste Sehenswürdigkeit in Piräus ist ein Bezirk von Athena und Zeus. Beide Bilder sind aus Bronze; Zeus hält ein Zepter und eine Siegesgöttin, Athene einen Speer. Hier ist ein Porträt von Leosthenes und seiner Söhne, von Arcesilaus gemalt. Dieser Leosthenes der an der Spitze der Athener und der vereinten Griechen die Makedonier in Böotien besiegte und zwang sie außerhalb der Thermopylen nach Lamia gegen den Berg Oeta und sperrte sie dort ein

Wie wir soeben lasen, gab Pausanias schon am Anfang seines Epos an, dass die vereinten Griechen die Makedonier schlugen. Diese Aussage entkräftet moderne Mythen über die Makedonier die sich hartnäckig verbreiten, wären die Makedonier tatsächlich Griechen gewesen, wären die Griechen nicht als separate Einheit von Pausanias aufgeführt.

 Schlachtaufstellungen der Griechen und Makedonen bei Chaironeia

Noch deutlicher wird diese Aussage in Buch 9, Kapitel 6. [9.6.5]

I have already said in my history of Attica that the defeat at Chaeroneia was a disaster for all the Greeks; but it was even more so for the Thebans, as a garrison was brought into their city. When Philip died, and the kingship of Macedonia devolved on Alexander, the Thebans succeeded in destroying the garrison. But as soon as they had done so, heaven warned them of the destruction that was coming on them, and the signs that occurred in the sanctuary of Demeter Lawgiver were the opposite of those that occurred before the action at Leuctra.
Ich habe bereits in meiner Geschichte von Attika gesagt, dass die Niederlage bei Chaeroneia eine Katastrophe für alle Griechen war; aber es war noch mehr für die Thebaner, als eine Garnison in ihre Stadt gebracht wurde. Als Philipp starb und das Königtum Makedoniens auf Alexander überging, gelang es den Thebanern, die Garnison zu zerstören. Aber sobald sie dies getan hatten, warnte der Himmel sie vor der Zerstörung, die auf sie folgte, und die Zeichen, die sich im Heiligtum des Demeter-Gesetzgebers ereigneten, waren das Gegenteil von denen, die vor der Aktion in Leuktra stattfanden.

Makedonien unter Philipp II schlug die Griechen bei Chaironeia, es war auch die erste Schlacht an der der König seinen Sohn mit auf das Schlachtfeld nahm, der später als Alexander der Große in die Geschichte eingehen sollte.

Pausanias spricht unmissverständlich von einer Katastrophe für alle Griechen, nach der Niederlage gegen die Makedonen. Aber Pausanias verfügte noch nicht über die Vorstellungskraft der heutigen modernen Griechen und ihrer dreisten Geschichtsverfälschung...



QUELLEN: 

Johann Eustachius Goldhagen: Des Pausanias ausführliche Reisebeschreibung von Griechenland, zwei Bände, Berlin und Leipzig 1766 - BAND 1

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